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Verhaltens- und Verhältnisprävention

Kapitel 5 | Motivation, Ziele setzen

Eva Martin, Master of Public Health, Bundesamt für Sport (BASPO)

Gesundheitsförderung und Prävention können auf der Ebene der Person (individuelle Ebene) oder auf der Ebene der Gesellschaft, der Umwelt ansetzen (strukturelle Ebene). Man spricht deshalb auch von Verhaltens- und Verhältnisprävention .

Verhaltensprävention

Verhältnisprävention

Ansatz

individuell,
personenorientiert

strukturell
umweltbezogen

allgemeine
Gesundheitsförderung

Erhöhung der Handlungskompetenz

Verbesserung der Lebensbedingungen

spezifische
Prävention

Information, Motivation
spezielle Handlungsangebote

Anreize, Lenkung,
Gesetzgebung

Strategien zur Beeinflussung von Verhaltensweisen

Trotz des grossen Fachwissens darüber, was eine gesunde Lebensweise wäre, fällt es schwer, Menschen dazu zu bewegen, ihren Lebensstil zu ändern. Denn die Änderung menschlichen Verhaltens ist sehr komplex. Die Entwicklung und Aufrechterhaltung von Verhaltensmustern hängt von vielen individuellen, soziokulturellen und ökonomischen Faktoren ab.

Es hat sich gezeigt, dass sich durch gezielte Beeinflussung zentraler Faktoren gesundes Verhalten fördern lässt. Diese Faktoren sind:


Das Transtheoretische Modell (TTM)

In der Gesundheitspsychologie wurden verschiedene theoretische Modelle entwickelt, mit dem Ziel, Verhalten respektive Verhaltensänderungen zu erklären oder vorauszusagen. Eines dieser Modelle, das sich sowohl im Bewegungs- als auch im Ernährungsbereich bewährt hat, ist das Transtheoretische Modell (TTM). Es wurde Anfang der 80-er Jahre in den USA entwickelt (Prochaska und DiClemente).

abbildungmodell

Abbildung 1: Die 5 Stufen des Transtheoretischen Modells

Das Modell berücksichtigt, dass eine Verhaltensänderung kaum in kurzer Zeit bewältigt wird, sondern ein mehrstufiger Prozess ist, der Zeit braucht. Es werden fünf Motivationsstufen durchlaufen, wobei immer wieder Rückfälle auf frühere Stufen möglich sind. Dieses Stufenmodell wurde kombiniert mit anderen für eine Verhaltensänderung zentralen Dimensionen:

Grundlegend ist, dass jede Stufe auf dem Weg zu einer Veränderung spezifische Eigenheiten aufweist und durch gezielte Strategien (Abbildung 2) der Gang durch die Stufen unterstützt werden kann.

verhaltensaenderung

Abbildung 2: Unterstützung des Weges durch die Stufen der Verhaltensänderung

Unterstützung von Verhaltensänderungen in der Schule

Die Gesundheitsförderung und -erziehung ist ein wichtiger Auftrag der Schule. Werden die Grundsätze des TTM berücksichtigt, gilt es, folgende Punkte besonders zu beachten:

Selbstvertrauen aufbauen!

Die Selbstwirksamkeit (Selbstvertrauen) wird subjektiv wahrgenommen. Sie ist abhängig vom jeweiligen Thema – Bewegung, Ernährung, Rauchen - und für jede Verhaltensweise von ganz spezifischen Situationen. Selbstwirksamkeit wird durch vier grundlegende Erfahrungen entwickelt:

Durch geeignete Methoden kann der Aufbau von Selbstvertrauen unterstützt werden. Viele dieser Strategien sind natürlich für Pädagoginnen und Pädagogen nicht neu. Im Zusammenhang mit der Unterstützung von Verhaltensänderungen kommt ihnen aber eine besondere Bedeutung zu. Die Selbstwirksamkeit kann durch folgende Strategien erhöht werden:

Verhältnisansätze

In der Gesundheitsförderung kann in Programmen, die allein auf Verhaltensänderungen setzen, nur limitiert mit Erfolg gerechnet werden. Im Optimalfall spielen Verhaltensansätze mit strukturellen Massnahmen (Verhältnisansätze) zusammen. Im schulischen Umfeld ergeben sich hier viele Möglichkeiten u. a.:

 

 

 

 

«gesund & bewegt» Arbeitsheft Energiemanagement

Autorin/Autor:
Christine Imhof-Hänecke, Willi Dahinden, Dr. Josef Laimbacher

Gestaltung Print & Web: Iwan Raschle | raschle &kranz, Atelier für Kommunikation, Bern

© 2004 schulverlag blmv AG

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